Makroökonomie

Die Makroökonomie ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften und gehört zur Volkswirtschaftslehre. In der Makroökonomie wird das Verhalten einer gesamten Volkswirtschaft eingehend betrachtet.

Das Wesen der Makroökonomie

Die Makroökonomie gab es bereits in der Antike. Schon damals versuchte man, das Zusammenspiel von Wirtschaftsakteuren zu analysieren und zu verstehen. Im Zeitalter der Industrialisierung haben makroökonomische Betrachtungen jedoch zunehmend an Bedeutung gewonnen. In der Makroökonomie werden zwei verschiedene ökonomische Modelle betrachtet. Dazu gehören die offenen und die geschlossenen Volkswirtschaften. Diese beiden Modelle existieren nicht als selbstständige Teile, sondern stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Sie helfen, eine Volkswirtschaft genau zu analysieren. Im Gegensatz dazu gibt es in der Makroökonomie auch eine Totalanalyse. Diese setzt sich mit der Interaktion von Unternehmen und Haushalten auseinander.

Offene und geschlossene Volkswirtschaft

Eine Volkswirtschaft wird als geschlossen anerkannt, wenn sie auf jegliche Wechselwirkung mit anderen Volkswirtschaften verzichtet. In dieser Form der Volkswirtschaft findet kein Austausch von Gütern oder Dienstleistungen mit anderen Ländern statt. Importe und Exporte sind daher nicht möglich. Eine geschlossene Volkswirtschaft stellt alle Dinge, die benötigt werden, selbst her und verbraucht diese auch selbst. Heute ist die Existenz einer derartigen Volkswirtschaft allerdings praktisch ausgeschlossen. Stattdessen gibt es in fast allen Ländern der Welt eine offene Volkswirtschaft. Gerade im Zuge der Globalisierung der Märkte sind offene Volkswirtschaften eine Grundvoraussetzung für den Im- und Export von Gütern und Dienstleistungen.

Die Entwicklung der Makroökonomie

Die Makroökonomie hat ihren Ursprung bereits in der Antike. Allerdings ist die moderne Makroökonomie erst mit dem Aufkommen des Merkantilismus und der Physiokratie entstanden. Der Merkantilismus im 16. und 17. Jahrhundert unterstützte hauptsächlich die Einnahmen der fürstlichen Schatzkammern. Die Physiokraten stellten die ökonomischen Beziehungen verschiedener Wirtschaftssubjekte untereinander dar. Ein wichtiger Vertreter war Francois Quesnay. Er entwickelte das sogenannte „Tableau oeconomique“. Die gesellschaftliche Wohlfahrt wurde erst in der Epoche der klassischen Ökonomie gegen Ende des 18. Jahrhunderts betrachtet. Ein bedeutender Vertreter dieser Generation war Adam Smith. Seine Theorien haben auch in der heutigen globalisierten Wirtschaft Gültigkeit.

Die Neoklassik, die sich im 19. Jahrhundert entwickelte, stellte die Grenzkosten und den Grenznutzen von Gütern in den Vordergrund. Diese Betrachtungsweise ist unter der Bezeichnung Marginalismus bekannt geworden.

In den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts war es schließlich John Maynard Keynes, der die Makroökonomie neu begründete. Seiner Theorien zufolge muss der Staat eingreifen, um ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfragen auf den Märkten aufrechtzuerhalten.

Mathematisch-analytisch wurde die Theorie von Keynes von John R. Hicks interpretiert. Er konstruierte zu diesem Zweck das sogenannte IS-LM-Modell.